Foto-Workshop mit Wohnmobil in die Normandie

Ein Bisschen Irland, ein Bisschen England, gepaart mit französischem Charme, das ist die Normandie. Aber von jeher war die Normandie auch ein Schauplatz von kriegerischen Einmärschen und Vorstößen. So landeten im 9. Jahrhundert an ihren Stränden die Wikinger und später stach Wilhelm der Eroberer von der Normandie aus in See, um England in Besitz zu nehmen. Im Juli 1944 begann hier eine der größten Invasionen, die unsere Geschichte bis heute entscheidend verändern sollte. Bei der Reise durch die Normandie stößt man fast überall auf die Spuren dieser Invasion, der "Operation Overlord".

 

Von alledem werden die Teilnehmer/innen dieses Foto-Workshops ein wenig mit eigenen Bildern nachempfinden und neben dem fotografischen auch vom geschichtlichen Wissen der Dozentin (Historikerin) profitieren können. 

Cherbourg  / Streetart

Foto © Barbara Homolka/Chiennormandie 

DIE ROUTE UNSERER FOTO-REISE FÜHRT UNS IN SIEBEN TAGEN VON BAYEUX BIS CHERBOURG

Bayeux

  • Bayeux kann auf eine weit zurück greifende Siedlungsgeschichte blicken. Den Namen Bayeux verdankt die Stadt den keltischen Baiokassen, die sich hier ansiedelten.
  • Viele Sehenswürdigkeiten zeugen heute davon. Vor allem die Viertel rund um die romanische Cathédrale Notre-Dame sind äußerst ansehenswert.
  • Auf dem Besichtigungsprogramm sollte unbedingt der berühmte mittelalterliche Teppich von Bayeux. sein.
  • Der gestickte „Comic“ aus dem 11. Jahrhundert stellt die Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer dar. Seit 2007 gehört der Gobelin mit seinen 58 gestickten Szenen zum UNESCO-Programm „Memory of the World“.

Landungsstrände Omaha Beach und Utah Beach

  • Alles in diesem Teil der Normandie strahlt die Geschichte von der Landung der Alliierten Truppen am *D-Day* bis heute aus.
  • Viele der jungen Soldaten aus den USA, Großbritannien, Kanada und verbündeten Ländern waren gekommen, um die Normandie, Frankreich und ganz Europa vom Naziterror zu befreien. Viele von ihnen fanden hier vor allem am Omaha Beach am 6. Juni 1944 den Tod.
  • Am OMAHA BEACH kann man die Überreste des künstlichen Hafens, Mulberry Harbour, den die Alliierten hier nach der Landung angelegt haben, um Kriegsgerät und Nachschub an Land zu bekommen, besichtigen.
  • UTAH BEACH war ein weiterer Strandabschnitt, an dem die Amerikaner am 6. Juni landeten. Das französische Dorf Sainte-Marie-du-Mont war das erste, das als von den Alliierten Truppen befreit gemeldet werden konnte. Vieles sieht dort heute noch so aus wie vor 75 Jahren. 

Saint-Vaast-la-Hogue, Barfleur und das Val de Saire

  • Vom Utah Beach führt die Küstenstraße ins Val de Saire. Besonders sehenswert ist das Örtchen Saint-Vaast-La-Hogue mit seinem Hafen und auch die zwei Vauban-Türme. Sie gehören auch zum UNESCO-Welterbe.
  • In unmittelbarer Nähe liegt eines der schönsten Örtchen in Frankreich. Der Rundgang durch Barfleur zeigt den Charme des Städtchens in vielen kleinen Details.
  • Weiter die Küste entlang erreicht man den Leuchtturm von Gatteville und kommt etwas später nach Fermanville.

Cherbourg

  • Cherbourg zählte früher zu einem der bedeutendsten Seehäfen, mit der größten künstlichen Reede aus dem 18. Jahrhundert.
  • Besonders sehenswert ist die Cite de la Mer, das Meeresmuseums, was auch vom Untergang der Titanic berichtet. Sie hatte hier im Hafen ihren letzten kontinentalen Zwischenstopp, bevor sie die Tragödie ereilte.

Bonusprogramm

  • Cap de la Hague und das Nez de Jobourg
  • Mont Saint Michel 
  • Kreidefelsen von Étretat - auf den Spuren von Claude Monet
  • Notre Dame de la Garde

Hafen von Port-en-Bessin

Foto © Barbara Homolka/Chiennormandie

FOTOGRAPHISCHE THEMEN UND SCHWERPUNKTE DES FOTO-WORKSHOPS

1 Grundlagen

  • Wir decken eine Mischung von künstlerischen und theoretischen Aspekten ab: Motiv, Ausrichtung des Bildausschnitts und Schärfentiefe des Bildes.
  • Im Praktischen geht es uns bei der Bildkomposition vor allem darum, welches Motiv abgebildet, wo es platziert und wie es in den Mittelpunkt des Interesses gerückt werden kann. 
  • Voraussetzungen dafür: Vorab muss das Motiv gewählt, die Einstellungen an der Kamera vorgenommen werden. Nur so lässt sich feststellen, ob der gewählte Bildausschnitt auch funktioniert.

2 Geometrie 

  • Die Geometrie eines Bildes beruht in deren grafischer Anmutung. Ist somit ein Wechselspiel zwischen Linien und Formen, unabhängig vom gewählten Motiv. Formen und Linien können klar sichtbar oder das Resultat der eigenen Komposition und Lesart des Bildes sein.
  • Wir halten uns dabei nicht an "eiserne Regeln", die es bei jedem Bild von uns zu befolgen gilt. Gesetze in der fotografischen Gestaltung eines Bildes gibt es nicht.
  • Es sind einfache Prinzipien, die bei der Betrachtung unserer Bilder erkennen lassen, wie wir unsere Bilder bei der Aufnahme komponiert haben.
  • Am Anfang wird es sinnvoll sein, dass wir uns ganz bewusst zur Aufgabe machen, Kompositionshilfen für das eigene Fotografieren zu entwickeln.

3 Farbe, Muster, 

Raum und Licht

  • Fotografieren bietet uns unzählige Möglichkeiten, durch das Kombinieren von Licht, Schatten, Farben und Formen außergewöhnliche Bilder zu machen, die sich vom Alltäglichen abheben.
  • Wir erfahren, wie Licht auf Kompositionen wirkt, wie wir durch die Veränderungen des Blickwinkels, die Anmutung einer Ansicht verändern können.
  • Farben können Stimmungen vermitteln.
  • Uns wird sich eine neue schöpferische Welt eröffnen. Plötzlich vermögen wir Bilder zu gestalten, die uns bis dahin verschlossen geblieben sind. Bis es so weit ist, gilt: Erkunden und Fotografieren.

4 Technik und Techniken

  • Fotografieren mag zwar hauptsächlich eine kreative und theoretische *Kunst* sein. Sie hat aber auch eine primäre, praktisch technische, Komponente.
  • Nicht nur die korrekte Belichtung, auch die Wahl der Brennweite (Objektiv) oder die Verschlusszeit können sich auf die Bilder auswirken.
  • Wir erfahren mehr darüber, welche Objektive es mit ihren verschiedenen Eigenschaften und Qualitäten gibt.
  • Hier werden wir aber auch auf Vorkenntnisse zurück greifen. Jeder Workshop-Teilnehmer sollte seine Kamera in den Grundfunktionen kennen (Bedienungsanleitung studieren und mitbringen).

5 Nachbearbeiten

  • Bilder sollten von uns grundsätzlich mit Bedacht und Überlegung aufgenommen werden. Es gibt doch nichts Erstrebenswerteres für uns, ein optimales Original mit einer idealen Komposition zu erstellen.
  • Wir agieren nicht als Bildredakteure. Wir verbringen unsere Zeit vorrangig damit, vor Ort nach besonderen Bildmomenten zu suchen.
  • Einige wichtige Fertigkeiten im Bereich der digitalen Bildbearbeitung sind untrennbarer Bestandteil in der Digitalfotografie und werden uns während des Foto-Workshops ab und an beschäftigen.
  • Hauptgegenstand unseres Foto-Workshops wird die Landschafts-Fotografie sein.
  • Natürlich machen spektakuläre Orte es uns leichter, atemberaubende Aufnahmen zu komponieren.
  • Wenn wir es aber verstehen lernen, wie Licht wirkt und wie es unter bestimmten Voraussetzungen eine Szene verwandeln kann, werden uns immer wieder spannende und fesselnde Fotos gelingen, die sich erheblich vom bekannt Alltäglichen abheben können.

Leuchtturm von Gatteville

Foto © Barbara Homolka/Chiennormandie

LANDSCHAFTS-FOTOGRAFIE

Eine Landschaft ist kein starres Gebilde. Licht, Wetter, Gezeiten, Wolken, Tages- und Jahreszeiten verändern ständig die Eindrücke, je nachdem wann und wo man sich gerade vor Ort befindet. Die verschiedensten Faktoren, die vom Fotografen gesteuert werden können, setzen eine fast unbegrenzte Anzahl von Möglichkeiten, eine Landschaft einzufangen, frei. Landschaftsfotografie bietet dabei viele Möglichkeiten der künstlerischen Freiheit.

 

Wir unterscheiden zum einen die dokumentarische Landschaftsfotografie, bei der die sich zeigende Szene so aufgenommen wird, wie sie ist. Und zum anderen gibt es die frei interpretierende, künstlerische oder auch die kreative Form der Landschaftsfotografie, die ausschließlich von den Ambitionen des Fotografen bestimmt werden. Diese Form der Landschaftsfotografie wird Gegenstand unseres Foto-Workshops sein. 

 

Neben dem guten Verständnis von natürlichem Licht, braucht der Landschaftsfotograf Vorstellungskraft, technisches Wissen um seine Kamera sowie ein gutes Auge für die Bildkomposition. Wenn wir mit Leidenschaft ans Werk gehen, erleben wir in diesem Workshop die Landschaftsfotografie für uns als bereichernd und gleichzeitig auch als  herausfordernd.

1 Bestandteile einer Landschaft

  • Die ersten Landschaftsfotografen dokumentierten die Natur und hielten ihre Motive so im Bild fest, wie sie sich ihnen dargeboten hat. Die Fotografen des beginnenden 20. Jahrhunderts fingen an, in ihren Fotos die Landschaft zu interpretieren.
  • Besonders Ansel Adams legte fest, was an maßgeblichen Elementen in einem Bild vorhanden sein müsse.
  • Mit bewusster Anordnung der Elemente soll ein harmonisches und ausgewogenes Motiv geschaffen werden, das auf den Betrachter reizvoll oder beruhigend wirken soll.
  • Durch sorgfältige Komposition und Positionierung der Bildelemente können wir dem Betrachter unsere eigen Interpretation der Landschaft vermitteln.
  • Das Geheimnis besonderer Landschaftsbilder liegt demnach in der überlegten Komposition sowie von Positionierung der kleinen und großen Bildelemente im Verhältnis zueinander und zum Licht.
  • .Wir könnten Landschaften aus dem gängigsten Blickwinkel dokumentieren. Gelingt es uns aber, dem Betrachter ein bestimmtes Gefühl oder eine Geschichte zu vermitteln, könnten unsere Fotos wesentlich spannender werden und in Erinnerung bleiben. Das wollen wir in unserem Workshop versuchen.

2 Blickwinkel und Objektiv

  • Der Blickwinkel ist beim Landschaftsfoto das alles entscheidende Kriterium und vermittelt so unsere Interpretation des Landschaftsmotiv.
  • Darüber hinaus kann die Wahl eines nicht alltäglichen oder ganz individuellen Blickwinkels einen oft fotografierten oder stark frequentierten Ort um spannendere wie besondere Interpretationen bereichern und sich so von der Masse der herkömmlichen Bilder abheben.
  • Der Foto-Workshop führt uns an Orte, an denen das Abheben vom Alltäglichen, dem oft Gesehenen zu einer spannenden fotografischen Herausforderung wird.
  • Ebenso wichtig wird auch die Wahl des Objektivs sein: Eine kurze Brennweite (Weitwinkelobjektiv) kann uns ermöglichen, Bildelemente im Vordergrund in einen größeren Kontext zu bringen.
  • Ein lange Brennweite (Teleobjektiv) ermöglicht es uns beispielsweise, einzelne Bildelemente herauszulösen und isoliert zu betrachten.
  • Wir werden gemeinsam heraus finden, welche vielschichtigen Möglichkeiten sich für uns bei der Wahl des Objektivs ergeben können.
  • Egal, für welche Herangehensweise wir uns entscheiden: Die Wahl des Blickwinkels und des Objektivs sind die wichtigsten Schritte zur Komposition, um zur eigenen Interpretation einer Landschaft zu kommen. 

3 Eingrenzung des Motivs

  • Die eindrucksvollsten Landschaftsbilder haben oft die schlichtesten Sujets zum Motiv, z.B. eine Blume, eine Turmspitze, die aus dem Nebel hervorragt oder ein Felsbrocken am Strand. Sie alle lenken unser Auge in der Landschaft, die sie umgibt.
  • Dagegen treffen von Details überhäufte Bilder selten ins Schwarze.
  • Ist das Motiv eingegrenzt bzw. klar definiert, wird es zu einem starken Motiv. Es wird in seiner Einfachheit im höchsten Maße die Aufmerksamkeit des Betrachters auslösen und ihn an das Bild fesseln.

4 Bedeutung des Lichts

  • In der Fotografie dreht sich alles um das (richtige) Licht. Das tonangebende Licht bestimmt die Stimmung in einem Bild. Es hat die Kraft, starke emotionale Reaktionen beim Betrachter hervorzurufen.
  • Im Verlauf des Tages, zu verschiedenen Jahreszeiten unterliegt das Licht großen Schwankungen. Qualität und Quantität des Lichts können so sehr unterschiedlich sein. Auch Wetterbedingungen spielen für das Licht und besondere Bilder eine große Rolle. 
  • Eine tief stehende Sonne modelliert die charakteristischsten Landschaftsstrukturen im Spiel von Licht und Schatten. Das Licht verleiht so der Landschaft Räumlichkeit und Tiefe. Eine hochstehende Sommersonne nimmt dem Bild seine Räumlichkeit.

5 Farben nutzen

  • Farben und Schattierungen in Verbindung mit einer gelungenen Komposition, mit Licht und dem Bildkontext können jede Bildszene in eine einzigartige Stimmung verwandeln.
  • Wir müssen im Vorfeld überlegen, welche Farbtöne wir einbeziehen und welche wir besser ausklammern.
  • Welche spezifischen Lichtverhältnisse und Wetterbedingungen bestimmen das Farbspektrum?
  • Nebelschwaden schwächen die Farbsättigung und erzeugen pastellfarbene Bilder. Ein tief stehende Sonne dagegen verstärkt die Leuchtkraft der Farben. Aber die Mittagssonne bleicht die Farben aus. Alles erscheint grell und ausgewaschen.
  • Das Lernen , wie man die ganze Vielfalt des Farbspektrums nutzt, wird für uns das A und O bei der Herausbildung unserer ganz eigenen persönlichen Farbpalette sein, uns helfen, Bilder zu gestalten, die sich von der Masse abheben.

Das DETAILLIERTE Programm für den Foto-Workshop wird den Teilnehmern ca. 14 Tage vor Beginn per PDF-Datei zugeschickt


* Mein besonderer Dank bei der Planung dieses Foto-Workshops geht an Barbara Homolka/Chiennormandie, die mir freundlicherweise einige ihrer Fotos zur Verfügung gestellt und mich mit sehr nützlichen Tipps unterstützt hat.