"O Buchenwald,

ich kann dich nicht vergessen"

Wenn man auf der A4 von Eisenach kommend in Richtung Dresden fährt, erreicht man nach etwas einer Stunde die erste Ausfahrt von Weimar. Kurz davor, linker Hand, weit sichtbar von der Autobahn her, sieht man den Ettersberg. Am 15. Juli 1937 wurde hier das Konzentrationslager Buchenwald eröffnet, das von Häftlingen aus dem 1937 aufgelösten Männerlager des KZ Lichtenburg in Prettin und dem KZ Sachsenhausen aufgebaut worden war. Buchenwald gehörte zur zweiten Lagergeneration der neuen, großen Konzentrationslager wie Sachsenhausen, Flossenbürg, Mauthausen und Ravensbrück, die von der Schutzstaffel (SS) im Rahmen der Kriegsvorbereitungen geplant und errichtet wurden.

Ein weit ins Land hinein sichtbarer Glockenturm mahnt und erinnert an das unsägliche Leid, was Menschen in diesem Lager erdulden mußten. Jeder, der auf der Autobahn von Ferne diesen Glockenturm sieht, sollte, wenn er etwas Zeit hat, einen Abstecher auf den Ettersberg machen. Auf dem Weg zum Lager durchquert man einen herrlichen Buchenwald. Man mag es nicht glauben, was sich hier unweit von Weimar in den dunkelsten Jahren unserer deutschen Geschichte abgespielt hat. Unterhalb des Glockenturmes, der etwa 5 km entfernt vom Lager Buchenwald steht, findet sich eine, von Prof. Fritz Cremer (1952 - 1958) geschaffene Figurengruppe zu Ehren des Widerstandskampfes im Lager Buchenwald.  So oft Kerstin Zimmermann, die Historikerin und Fotografin  hier vorbei kommt, macht sie diesen Abstecher hoch auf den Ettersberg zum Lager Buchenwald. Diese kleine Auswahl von Bildern sind ab Februar 2008 entstanden.


An einem wunderschönen sonnigen Sonntagnachmittag hat Kerstin Zimmermann ausschließlich die Cremerschen Plastiken fotografiert in unzähligen Detailaufnahmen. Sie stellen ihre ganz persönliche Interpretation dieser bedeutenden bronzenen Figurengruppe unterhalb des mahnenden Glockenturms dar. Seit vielen Jahren hatte die Fotografin vor, diese Bronzen zu fotografieren, nie war das Licht wie an diesem späten Nachmittag im Februar 2008.

 

Zwischenzeitlich war die Fotografin weitere drei Male da, das Wetter und das Licht waren immer schlecht. Wer also auf dem Ettersberg fotografieren möchte, besonders diese einzigartige Figurengruppe von Fritz Cremer, muß sehr geduldig sein.

The camp gate

Das Anfang 1938 entstandene schmiedeeiserne Lagertor trägt die Inschrift "Jedem das Seine". Auf Befehl des Lagerkommandanten wurde sie von innen lesbar angebracht. Die auf dem Appellplatz stehenden Häftlinge sollten sie ständig vor Augen haben. Die Inschrift geht auf den zwei Jahrtausende alten römischen Rechtsgrundsatz "suum cuique" zurück: "Iuris praecepta sunt haec: honeste vivere, alterum non laedere, suum cuique tribuere." – "Die Gebote des Rechts sind folgende: Ehrenhaft leben, niemanden verletzen, jedem das Seine gewähren." Text: Gedenkstätte Buchenwald

Die SS interpretierte "Jedem das Seine" unmissverständlich als Recht der "Herrenmenschen" zur Erniedrigung und Vernichtung der Anderen. Das betonte sie zusätzlich, indem sie das Tor regelmäßig weiß streichen ließ, die in seiner Pforte eingelassenen Buchstaben rot. Dieser ursprüngliche Anstrich wurde Anfang 2014 im Zuge umfassender Untersuchungen und aufwändiger Restaurierungsarbeiten unter Verwendung zeitgenössischer Farbpigmente wiederhergestellt. Bis dahin war die allgemein bekannte Farbe des Lagertores lange Zeit olivgrün gewesen. Text: Gedenkstätte Buchenwald und mehr zum Lagertor hier:

Doppelbelichtung mit der Holga 120 GN und Ilford 100
Doppelbelichtung mit der Holga 120 GN und Ilford 100

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